• brittamatheus

Die fünf Freiheiten des Menschen



Virginia Satir (1916-1988) gilt als eine der Vordenkerinnen der Familientherapie.

Sie verstand, dass das psychische Wohlbefinden einer Person maßgeblich geprägt ist durch die innerfamiliären Beziehungen und Kommunikationsmuster. Mit ihrer herausragenden und weltweit bekannten Herangehensweise legte sie wichtige Grundsteine der Systemischen Beratung und Therapie – die Annahme, dass psychische Leiden häufig eine Reaktion auf die uns umgebenden Familienkonstellationen sind, die uns als Kinder prägen und uns unser Leben lang begleiten.


Virginia Satir war der Auffassung, dass die Kernfamilie eine der grundlegenden Institutionen unserer Gesellschaft darstellt:



„If we can heal the family, we can heal the world.“



Ihre Arbeit wurde zudem geprägt von einer unumstößlichen Zuversicht und einem Zutrauen in die Handlungsfähigkeit jedes einzelnen Menschen. So formulierte sie fünf Freiheiten, an denen menschliches Fühlen und Handeln ihrer Meinung nach ausgerichtet sein sollte, um ein würdevolles Dasein und einen liebevollen Umgang mit sich selbst zu ermöglichen.

DIE FÜNF FREIHEITEN (nach Virginia Satir)



Die Freiheit zu sehen und zu hören, was im Moment wirklich da ist

– anstatt das, was sein sollte, gewesen ist oder erst sein wird.


Die Freiheit, das auszusprechen, was ich wirklich fühle und denke

– und nicht das, was von mir erwartet wird.


Die Freiheit, zu meinen Gefühlen zu stehen

– und nicht etwas anderes vorzutäuschen.

Die Freiheit, um das zu bitten, was ich brauche

– anstatt immer erst auf Erlaubnis zu warten.

Die Freiheit, in eigener Verantwortung Risiken einzugehen

– anstatt immer nur auf Nummer sicher zu gehen und nichts Neues zu wagen.




Ziel ihrer Arbeit war es, ihren Klienten dazu zu verhelfen, nach diesen postulierten Freiheiten leben zu können – selbstbestimmt, selbstbewusst, aber auch den Freiheiten anderer respektvoll begegnend.




Image by Mike Goad (Pixabay)